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Dänemark

    Vi hygger os! („Wir machen´s uns gemütlich!“)

    Das war mein erster Eindruck von den Dänen. „Hygge“ (Gemütlichkeit) wird hier ganz groß geschrieben. Und so war auch mein Diakonisches Jahr im Ausland (DJiA – www.djia.de) nur selten von Stress geprägt. Ich habe neun Monate in dem kleinen, beschaulichen Ort Ryslinge auf Kildegården (zu Deutsch: Quellhof), einem Rehabilitationscenter für Alkohol- und Drogenabhängige auf der schönen Insel Fyn gearbeitet. Dort ist Platz für ca. 14 Klienten, die alle sehr unterschiedliche Geschichten haben. Viele waren alkohol- und/ oder drogenabhängig, einige hatten auch psychische Probleme. Ihre Bleibedauer war sehr verschieden und reichte von einer Woche bis zu vielen Monaten. Die Klienten waren Männer und Frauen gleichermaßen, auch aus jeder Altersgruppe. Außer mir arbeitete hier auch noch ein anderer deutscher Freiwilliger. Unser „Hof“ wurde von einem Ehepaar geleitet. Außerdem gab es zahlreiche Mitarbeiter, die unentgeltlich mit aushalfen und mehrmals die Woche da waren. Kildegården ist ein christlicher Ort, an dem Menschen verschiedener christlicher Gemeinden, aber auch Menschen ohne christlichen Glauben leben und arbeiten. In Kildegården wird versucht, die Klienten wieder an ein „normales“ Leben zu gewöhnen. Wir haben einen geregelten Tagesablauf mit gemeinsamen Mahlzeiten und Andachten. Um 8 Uhr ist Frühstück mit anschließender Morgenandacht, von um 9-15 Uhr wird gearbeitet, Mittag ist 12 Uhr, Abendbrot um 17:30 Uhr und die Abendandacht schließt den Tag um 19 Uhr. Die Aufgaben werden beim Frühstück für den Tag verteilt und reichen von Kochen und Saubermachen über Instandsetzungen bis zum Arbeiten in unseren Produktionen.

    Dies war ein kurzer Überblick über mein Arbeitsumfeld in meiner Einsatzstelle. Ich bin sehr froh darüber, dass ich diese Chance, für neun Monate ins Ausland zu gehen, ergriffen habe, denn diese Zeit hat mich sehr geprägt und verändert. Obwohl es natürlich auch so manche negative Erfahrung gab, überwiegen die positiven. Wie bereits zu Beginn erwähnt, bin ich von der Gemütlichkeit der Dänen sehr angetan. Gerade nach der stressigen Abizeit tat es richtig gut, diese entspannte Atmosphäre zu erleben. Mit meinen Aufgaben war ich relativ zufrieden, da wir viel mit den Klienten zusammengearbeitet haben und so Kontakte und Gespräche entstehen sind. Wir hatten aber auch andere Aufgabenfelder, z.B. einkaufen fahren oder Klienten zum Arzt begleiten. Ich finde es sehr gut, dass ich in viele Bereiche „hineinschnuppern“ konnte, z.B. haben wir jetzt oft Zimmer gestrichen und neu eingerichtet. Der soziale Aspekt kam mir manchmal leider etwas zu kurz. Ich hatte mir eigentlich vorgestellt, mehr mit den Klienten zu unternehmen. Leider waren diese auch sehr schwer zu etwas zu motivieren. Wir sind z.B. zweimal die Woche schwimmen gefahren, aber da ist nur selten jemand mitgekommen. Aber auch so war man ziemlich ausgelastet: Zweimal die Woche sind wir zur Sprachschule gegangen (17:30-20:00 Uhr), die sich in Odense (45Minuten Fahrt mit dem Bus) befand. Die Wochenenden hab ich oft in Kopenhagen verbracht, da dort die meisten Freiwilligen unserer Organisation wohnten und bei uns hier auf dem Land wenig los war. Auf unserer Insel gab es auch nur noch zwei weitere Freiwillige. Außerdem hat uns Diakoni-Året (meine dänische Aufnahmeorganisation) Geld für unsere Reisen dazugegeben, sodass wir das auch oft nutzen konnten. Von Diakoni-Året wurden wir sehr gut unterstützt. Wir haben alle ein Fahrrad bekommen, was sehr praktisch war und die Seminare waren auch ziemlich hilfreich. Uns wurde dabei viel Kultur und Abwechslung geboten.

    Alles in allem bin ich sehr dankbar, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Ein Jahr in einem fremden Land zu verbringen, erweitert den Horizont und bereichert das Leben ungemein.

    Sabine Herrmann studiert im 4. Semester European Studies an der TU Chemnitz.

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