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Böhmischer Nebel - Neue Messtation in Deutschneudorf

26.01.2017 | Newsmeldung  | EuropeDirect

Schon seit Jahren fordert die Bürgerinitiative für Saubere Luft im Erzgebirge eine Messstation in einer Niederung oder Tallage. „Sie würde ganz andere Ergebnisse liefern als die Station auf dem Schwartenberg“, sagt Mitglied Hartmut Tanneberger. Nun wurde der Forderung nachgegeben. „Das Sächsische Umweltministerium hat aufgrund der Beschwerden aus dem Erzgebirge das EU-Projekt initiiert“, sagt Professor Alfred Wiedensohler vom Leibnitz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig. Er hat den gestrigen Aufbau der mobilen Messstation auf der Deutschneudorfer Festwiese betreut.

Mittels modernster Technik geht das Prüfgerät auf Spurensuche in der Deutschneudorfer Luft. „Wir führen permanente Partikelmessungen durch. Außerdem realisiert die Station Messungen in regelmäßigen Abständen, in denen organische Gase gesucht werden, die stinken“, erklärt der Professor. Dafür muss das Leibnitz-Institut auch entsprechende Messtechnik anmieten. Anhand der Windrichtungen kann der Verursacher der stinkenden Industrieabgase zurückverfolgt werden. Zudem können Probanden, wenn es wieder stinkt, in speziellen Stahlkanistern Luftproben einsammeln, die dann entsprechend analysiert werden. In deren Innerem befindet sich ein Vakuum. Beim Öffnen ziehen die Behälter eigenständig ihre Probe aus der Luft. Die Probanden wurden vorher in einem Vorauswahlverfahren bestimmt. Dabei hatte das Leibnitz-Institut besonderen Wert auf den Geruchssinn der ausgewählten Bewohner der Region gelegt.

Der Container bleibt vorerst die nächsten beiden Jahre in Deutschneudorf stehen. Finanziert wird das Projekt von der EU. Die Kosten belaufen sich auf zwei Millionen Euro. Sollte die Messstation gesundheitsschädigende Abgase in höheren Konzentrationen nachweisen, ließe sich der Druck der deutschen Regierung auf die der Tschechischen Republik erhöhen, betont Hartmut Tanneberger. Die Bürgerinitiative plant mit Unterstützung von Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt im März einen Besuch in den Betrieben vor Ort. Dafür wird aktuell ein Fragenkatalog vorbereitet. „Auf diese Weise werden die Firmen mit den betroffenen deutschen Bürgern und ihren Argumenten konfrontiert“, so Tanneberger.

Wie die Station arbeitet, erfahren Gäste zum Tag der offenen Tür. Der steigt am 25. Februar von 11 bis 14 Uhr. Dann stehen die Mitarbeiter Rede und Antwort.

(Quelle: Freie Presse)
 
 
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