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Ehemalige Weiperter zeigen alte Filme

23.06.2017 | Newsmeldung  | EuropeDirect

An diesem Wochenende treffen sich wieder ehemalige Weiperter Bürger. Das Heimattreffen, das alle zwei Jahre stattfindet, wird erstmals mit ehemaligen Einwohnern des Ortsteiles Neugeschrei durchgeführt. „Wir erwarten etwa 100 Gäste aus den unterschiedlichen Landesteilen, in denen die ehemaligen Weiperter und ihre Familien jetzt wohnen“, sagt Gerhard Scharf. Der 76-jährige 1. Vorsitzende des Heimatausschusses Weipert, der das Treffen seit vielen Jahren organisiert, freut sich auf das Wiedersehen.

„Wir sehen, wie diese Stadt wieder aufblüht und ein Gesicht bekommt“, so Scharf. Geplant sind an dem Wochenende nicht nur zwei feierliche Messen in Weipert und Neugeschrei. „Wir werden auch das alte Weiperter Kino besuchen und einen historischen Film über Anton Günther sehen“, blickt Scharf voraus. Auch die jetzt in Weipert Wohnenden werden in das Treffen mit eingebunden. Am Samstagabend soll sie ein Film in tschechischer Sprache aus den 1960er-Jahren ins Kino locken. Die ehemaligen Weiperter haben veranlasst, dass die alte Technik noch einmal zum Laufen gebracht wird. Sogar historische Eintrittskarten wurden gefunden und sollen und zum ehemaligen Preis unter die Kinobesucher gebracht werden.

72 Jahre nach ihrer Vertreibung könne man die noch lebenden Weiperter in vier Kategorien einordnen, sagt Gerhard Scharf: „Die ganz Alten, die als Familienväter und –mütter deportiert wurden.“ Diejenigen, die nach dem Krieg als Kinder mit Viehwaggons in die unterschiedlich besetzten Zonen Deutschlands transportiert wurden. Die dritte Gruppe sei die der Spätaussiedler und eine vierte Gruppe bilden die, die in zweiter und dritter Generation von ehemals deutschen Familien abstammen, in Weipert wohnen, aber nur tschechisch reden. Der große Teil der Ehemaligen habe mit der jetzigen Situation Frieden geschlossen, weiß Gerhard Scharf. Er und viele andere haben Tausende Euro gesammelt, um Kirchen und Denkmäler in der Stadt zu erhalten. Wenn am Sonntag zum Totengedenken alle vier, ebenfalls von den ehemaligen Weipertern gestifteten Glocken des „Allen Heiligen“ geweihten Gotteshauses in der Grenzstadt läuten, können sich Menschen beiderseits der Grenze über die entspannte Situation am Grenzbach freuen. (chbn)

(Quelle: Freie Presse)
 
 
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