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Wie gefährlich sind die Abgase aus Litvinov(CZ)?

15.03.2017 | Newsmeldung  | EuropeDirect

Im Rathaus Olbernhau wurden gestern die Ergebnisse einer Gesundheitsstudie zur Böhmischen Luft vorgestellt. Auftraggeber war das Sächsische Sozialministerium. 100.000 Euro sind in das Projekt geflossen.

Was genau wollten die Forscher herausfinden?
Strömen Abgase aus Tschechien ins Erzgebirge, klagen Einwohner nicht nur über unangenehme Gerüche, sondern oft auch über Kopfschmerzen, Atemnot und Durchfall. Forscher der TU Dresden haben nun im Auftrag des Sozialministeriums untersucht, ob und wie die Böhmische Luft mit Erkrankungen zusammenhängt. Nicht der erste Versuch. Doch bislang liefen alle Untersuchungen ins Leere. Laut Sozialministerium klammerten frühere Gesundheitsstudien „individuelle Aspekte“ der Betroffenen aus, ebenso wie „alternative Einflussfaktoren“, die zu Krankheiten führen können. Diese Lücke wollten die Wissenschaftler schließen.

Wie gingen die Forscher vor?
Die Studie besteht aus drei Teilen. Die Grundlage bildeten Daten zu Geruchsbeschwerden, die das Sächsische Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft in den Jahren 2011 bis 2016 gesammelt hat. Diese Angaben wurden in Teilstudie 1 mit Daten zu ambulanten Behandlungen der Atemwege und des Verdauungstraktes abgeglichen. Dazu stellte die AOK Diagnoseergebnisse bereit. In Teilstudie 2 wurden Krankenhausstatistiken mit den Geruchsereignissen verknüpft. Und im Mittelpunkt von Teilstudie 3 standen Kinder, die wegen Atemwegssymptomen im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden behandelt wurden. Neben ärztlichen Befunden nutzten die Forscher Fragebögen, um zu erfassen, wie alt die Mädchen und Jungen sind, wo sie wohnen und unter welchen Umständen sie leben.

Zu welchen Ergebnissen kommt die Studie?
Die gesundheitlichen Belastungen, die mit dem Gestank einhergehen sind gering. Das ist das Fazit der TU-Forscher. Demnach ließ sich in Teilstudie 1 kein belastbarer Zusammenhang zwischen Geruchsbelastungen und ambulanten Behandlungen feststellen. Zum Vergleich beobachteten die Wissenschaftler eine Region, in der Geruchsbeschwerden keine oder kaum eine Rolle spielen. Die Symptome, die Menschen im Erzgebirge mit dem Böhmischen Nebel in Verbindung bringen, wurden im Vergleichsgebiet zum Teil deutlich häufiger registriert. Einzige Ausnahme: Nasennebenhöhlenentzündungen. Die kamen 2014 im Erzgebirge häufiger vor. Auch Teilstudie 2 und 3 lieferten keine Hinweise darauf, dass Durchfall oder Atemwegssymptome an Tagen mit vielen Geruchsbeschwerden zunehmen. Allein für Kreislaufbeschwerden konnte dies nicht ausgeschlossen werden.

Welche Mängel hat die Studie?
Hartmut Tanneberger, Sprecher der Bürgerinitiative „Für saubere Luft im Erzgebirge“ (BI), zweifelt an der Aussagekraft der Studie. Denn die Forscher stützten sich vor allem auf ärztliche Diagnosen. „Aber viele gehen gar nicht mehr zum Arzt, wenn sie Probleme haben.“ Zudem hätten die Fragebögen nur in der kurzen Zeit von Juli bis Oktober ausgelegen – und das, obwohl die Böhmische Luft vor allem in den Wintermonaten auftritt, wie Magda Preißler von der Facebook-Gruppe der BI bemerkt. Außerdem räumen die Forscher ein: Nur ein geringer Teil der 58 untersuchten Kinder lebt tatsächlich im betroffenen Gebiet.

Ist das Thema damit abgehakt?
Nein. Magda Preißler und Hartmut Tanneberger setzen auf eine andere Gesundheitsstudie, die im Winter begonnen hat: Odcom (Objektivierung der Geruchsbeschwerden im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet). Dabei arbeiten Forscher und Behörden beider Länder zusammen. Die EU steckt rund 1,6 Millionen Euro in das Programm. Anders als bisher soll die Belastung auch in Tälern analysiert werden, nicht nur auf dem Schwartenberg. Deshalb wurde ein Messcontainer auf der Festwiese Deutschneudorf aufgestellt.

(Quelle: Freie Presse)
 
 
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