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Stand / Druckdatum: 22.07.2018

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Europäisches Kulturerbejahr

Europäisches Kulturerbejahr 2018
 

​Ausstellungseröffnung anlässlich zwei Jahre Welcome Center Erzgebirge: Zuwanderte, die im Erzgebirge leben und arbeiten, erzählen von ihrem persönlichen Weg

30.05.2018 | Pressemitteilung  | Projekte

Erzgebirge/Annaberg-Buchholz, 30.05.2018. Gelebte Willkommenskultur beginnt mit einem freundlichen Wort und Verständnis für die mutigen Menschen, die fern von der Heimat ein neues Leben aufbauen. Im Erzgebirge ist das Thema Zuwanderung längst angekommen, vor allem in den Köpfen der Unternehmer, die künftig mehr denn je auf Fachkräfte aus anderen Regionen Deutschlands oder dem Ausland angewiesen sind. Manche haben hier bereits eine attraktive Arbeit gefunden, bringen ihr berufliches Können und Fachwissen in erzgebirgische Firmen ein und werden von ihren neuen Kollegen geschätzt. Andere Fachkräfte aus Deutschland und der ganzen Welt haben das Thema Zuwanderung ins Erzgebirge fest auf dem Plan und sind - wie die Unternehmer auch - für Unterstützung durch den Fragendschungel dankbar. Seit Juli 2016 hat sich deshalb das Welcome Center Erzgebirge als Lotse und erste Anlaufstelle zwischen den Unternehmen, den Neuankömmlingen und den Institutionen etabliert.  Denn Ankommen und heimisch werden ist eine Aufgabe für alle Seiten. Zur gestrigen Eröffnung der Ausstellung „In Sachsen arbeiten wollen, können, dürfen …“ des IQ Netzwerkes Sachsen im Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg erzählten Zuwanderer von Erfahrungen auf ihrem Weg. Deutlich wurde: das Erzgebirge hat viele positive Beispiele gelungener Integration.

Von beruflichen Chancen und Sprachbarrieren – die Sicht der Zuwanderer
„Deutschland bietet viele Möglichkeiten für junge Leute, die ernsthaft beruflich etwas bewegen wollen“, resümiert Leonid Kondratiev. Der 29jährige ging als Student nach Deutschland, um die deutsche Sprache und damit seine beruflichen Chancen in der Ukraine zu verbessern. 2014 kam er wieder, fasziniert von Land und Leuten, absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr und begann im Erzgebirge trotz ukrainischem Studienabschluss eine Ausbildung von der Pike auf. Auf die Frage nach dem Warum sagt er: „Die Anerkennung des Studienabschlusses war kostspielig.“ Heute ist er Mitarbeiter bei der PTF Pfüller GmbH Stollberg und in der Freizeit engagiert bei der Freiwilligen Feuerwehr. Auf Eigeninitiative in Vereinen mitzuwirken sei aus zwei Gründen wichtig: um sozialen Anschluss zu bekommen und um den erzgebirgischen Dialekt zu lernen. Dieser sei eine der größten Hürden gewesen, bekräftigt auch Ricardo Basjan. Der Liebe wegen zog der südafrikanische Koch von Kapstadt ins Erzgebirge – und das, obwohl er nie vorhatte seine Heimat zu verlassen. Noch zuhause absolvierte er das Sprachlevel A1, fühlte sich gut gerüstet und spürte im Erzgebirge schnell: „Hier wird kaum hochdeutsch gesprochen, die Sprachbarriere ist enorm“. „Um heimisch zu werden, braucht man einen eigenen Willen dazu. Man muss sich den Menschen hier zuerst selbst öffnen, um auch offen empfangen zu werden. Wenn man die Erzgebirger für sich gewonnen hat, zeigen sie sehr viel Herz“, weiß auch der Franzose Marc Jolly, der mit seiner Familie einst als Entwicklungsingenieur auf Zeit zu Norafin Industries nach Mildenau kam. Auch er bleibt nun für immer, auch der Kinder wegen, die sich dem Erzgebirge mehr als dem Elsass verbunden fühlen.

Welcome Center Erzgebirge – ein Dienstleistungsangebot mit Weitblick
In Großstädten Deutschlands schon länger etabliert, sind sogenannte Welcome Center im ländlichen Raum ein relativ neues Instrument, um Neuankömmlinge zu unterstützen.  Binnen der letzten zwei Jahre wurde im Erzgebirge ein lückenloses Netzwerk aufgebaut, das es nun ermöglicht, für jeden speziellen Fall individuelle Lösungen zu finden. So wurden durch das Team bisher 120 Zuwanderungsinteressierte betreut – zwei Drittel davon mit ausländischen Nationalitäten aus 30 Herkunftsländern. Fragen zu Arbeitssuche, Sprache, Wohnen, berufliche Anerkennung und Familie stehen in den Gesprächen oder schriftlichen Anfragen immer obenan. Fragen rund um Visa und weitere Schritte führen die Liste der 80 Unternehmen an, die im Welcome Center Erzgebirge um Unterstützung baten. „Das Erzgebirge ist so wie viele andere Regionen Deutschlands mitten im demografischen Wandel. Der Wettbewerb um die Köpfe ist groß, so dass ein Mix aus Einheimischen und Zugezogenen aus dem In- und Ausland als Fachkräfte in den nächsten Jahrzehnten  dringend notwendig ist“, erklärt Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH. Mögliche skeptische langjährige Mitarbeiter, ein ausländerfeindliches Image der Region, komplizierte Formalitäten – das sind dennoch Sorgen, die dem Wunsch der Unternehmer Zuwanderer einzustellen, entgegenstehen. Genau an diesem Punkt setzt seit Mitte 2016 das Welcome Center Erzgebirge als Dienstleistung der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH an, um den Prozess des Ankommens für alle Beteiligten zu vereinfachen. Von der Fachkräfterichtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr für drei Jahre „anschubfinanziert“ versteht sich das Zentrum als Anlaufstelle für erzgebirgische Unternehmen und Zuwanderer, die in der Region arbeiten und leben möchten. Es arbeitet als eine Art Lotse und Bindeglied zwischen Unternehmen, Neuankömmlingen und Institutionen, immer die persönliche Betreuung im Blick. Möglich wird diese durch die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit Fachstellen und Partnern. Darüber hinaus möchte das Team des Welcome Center Erzgebirge auch ermutigen und unterstützen, in den Unternehmen und in der Region Erzgebirge eine Willkommenskultur aufzubauen.  „Auch wenn die Förderung für das Projekt Mitte nächsten Jahres ausläuft, wird das Zentrum als Dienstleistung der Wirtschaftsfördergesellschaft bestehen bleiben“, gibt Geschäftsführer Matthias Lißke einen Ausblick.

Ausstellung porträtiert 13 Menschen aus 12 Ländern
Die Ausstellung „In Sachsen arbeiten wollen, können, dürfen …“ ist noch bis 13.07.2018 im GDZ Annaberg, Adam-Ries-Straße 16 – 1. Obergeschoss, zu sehen. Sie porträtiert in Text und Bild 13 Menschen, die im IQ Netzwerk Sachsen beraten und begleitet wurden. Sie kommen aus 12 Ländern, z.B. aus Brasilien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, aber auch aus Palästina, Libyen und Weißrussland.  Der Fokus lieg auf deren beruflichen Werdegang: Wie sich ihr Leben durch Migration und die unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Sachsen verändert und entwickelt hat. In der begleitenden Broschüre sind die aus den Interviews entstandenen Langtexte enthalten.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.
 
 
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