ERASMUS Student in Finnland
Fünf Monate Leben in Finnland: Das europäische Austauschprogramm ERASMUS für Studierende macht es möglich. Philipp Stroehle, Studierender der Europa-Studien an der TU Chemnitz, hat ein Semester lang Internationale Beziehungen und Internationale Politik an der Universität in Tampere studiert.
Warum ausgerechnet Finnland? Warum Tampere?
Finnland gehört zu den führenden Wohlfahrtsstaaten in der Welt, hat mit Nokia Weltruhm erlangt und hat bei der PISA-Studie ausgezeichnet abgeschnitten. Wer kein Finnisch spricht, darf sich darauf verlassen, dass nahezu jeder Finne mit einem exzellenten Englisch aufwarten kann und auch Film und Fernsehen können zumeist im Originalton genossen werden. Ganz nebenbei ist Tampere auch Partnerstadt von Chemnitz, was die Entscheidung aufgrund vorhandener Kooperationen natürlich erleichtert hat.
Als Austauschstudierender in Tampere
Die Universität bietet allen Neuankömmlingen eine Wohnheimunterkunft, ein umfangreiches Orientierungsangebot und stellt jedem Studenten einen eigenen Tutoren zur Seite, womit der Einstieg in das finnische (Studenten-)Leben enorm erleichtert wird. Hervorragend ist die Tatsache, dass die Universität ein breites Angebot an englischsprachigen Veranstaltungen zu bieten hat und dass Studierende mit so genannten ‚Buch-Prüfungen’ (book exams) ihren Bedürfnissen entsprechend sehr flexibel studieren können. Absolut erwähnenswert ist auch das typische finnische Mensaessen, das mit deutschen Preisen problemlos mithalten kann, dafür aber wesentlich umfangreicher ausfällt. Neben einem Salatteller und Butterbroten gibt es zwei Getränke sowie das Hauptessen, das man sich am Buffet selbst zusammenstellt. Studiengebühren werden in Finnland übrigens keine erhoben, lediglich für die Sportkurse müssen Gebühren gezahlt werden.
Leben in Finnland
Wer die Natur und die Ruhe liebt, ist in Finnland genau richtig. Saunieren und Eisbaden können neben Eishockey als Nationalsport bezeichnet werden und bieten jedem Touristen unvergessliche Erlebnisse. Nachteilig sind die höheren Lebenshaltungskosten und die Angewohnheit einiger Finnen, sich dem übermäßigen Alkoholkonsum hinzugeben und das, obwohl hochprozentiger Alkohol nur in so genannten Alko-Läden zu erwerben und zudem sündhaft teuer ist. Besonders hervorzuheben ist die gelebte Gleichstellung von Mann und Frau. So war 1906 Finnland das erste europäische Land, das ein Frauenwahlrecht eingeführt hat. Die Sprache kennt kein grammatikalisches Geschlecht und beim Friseur gibt es keine preisliche Unterscheidung zwischen Frauen- und Männerhaarschnitten. Ansonsten halten sich die Unterschiede zwischen Finnland und Deutschland in engen Grenzen.
Finnland und Europa
Finnland ist erst seit 1995 Mitglied in der Europäischen Union und gehört heute mit seinen ca. 5,3 Mio. Einwohnern eher zu den kleinen Mitgliedsstaaten, wobei die Fläche des Landes (338.000 km²) mit der von Deutschland (356.854 km²) vergleichbar ist. Im Gegensatz zu Schweden und Dänemark hat Finnland 2002 bereits den Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Offizielle Sprachen sind Finnisch und Schwedisch. Außerdem leben ca. 8.700 Samen, die Ureinwohner Finnlands, im Norden des Landes. Bis 1809 war das Land unter schwedischer Herrschaft und dann als Großherzogtum unter russischer Führung bis es 1917 seine Unabhängigkeit erklärte. In der globalen Wirtschaft sticht Finnland vor allem mit einem hohen Anteil an Exporten von Papier und Forstprodukten hervor. Das Telekommunikationsunternehmen Nokia zählt heute zu den größten und auch bekanntesten in Finnland.
Erfahrungsberichte anderer Austauschstudenten in Finnland können im Internet abgerufen werden: www.tu-chemnitz.de/international/ins_ausland/sok_erfahrungsberichte.php
